Trainingsablauf
In der der Regel betreten die Schüler etwa 10-30 Minuten vor dem regulären Trainingsbegin das Dojo (Trainingsraum), sodass ein selbstständiges Aufwärmen möglich ist. Beim Betreten der Halle grüßen sowohl Schüler als auch Trainer, was neben einem Gruß auch ein Zeichen von Respekt gegenüber den anderen in der Halle darstellt. Jede Trainingseinheit beginnt und endet ebenfalls mit einem Gruß, bei dem sich zunächst Kyu- (Schüler mit Gurtfarben weiß bis braun) und Danträger (Schwarzgurte) grüßen, danach Schüler und Trainer. Nach einem kurzen gemeinsamen Aufwärmtraining werden dann die einzelnen Trainingsinhalte geübt. Dies geschieht sowohl durch Einzelübungen als auch durch Partnertraining. Bei Partnerübungen wird ebenfalls der Partner gegrüßt. Auch dieser Gruß ist Zeichen des gegenseitigen Respekts der Trainingspartner.
Das Ju-Schin-Kai Karate besteht aus einer Vielzahl von Techniken und Bewegungen, die sich die Schüler nach und nach aneignen.
Kihon (Grundschule):

Im Kihon werden die wichtigsten Angriffs- und Abwehrtechniken, auf die alle späteren Übungen aufbauen, geübt. Die Grundschule bildet also das Fundament auf dem das Wissen und Können jedes Karateka aufgebaut ist. Folglich muss jeder Schüler diese Techniken möglichst perfekt beherrschen. Auch wenn dem Menschen absolute Perfektion unmöglich ist, ist es dennoch unser Ziel so nahe wie möglich an diese heran zu kommen. Grundschule wird deshalb bei jeder einzelnen Trainingseinheit geübt, wobei dies in ganz unterschiedlichen Varianten geschieht.
Kata

Kata bestehen aus einer festgelegten Reihenfolge von Techniken, die nacheinander ausgeführt werden. Jede Kata stellt einen Kampf gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner dar und muss deshalb mit viel Kraft und einem lauten Kiai (Kampfschrei) ausgeführt werden. Neben dem festen Ablauf enthält die Kata weitere Elemente wie Bunkai (Anwendung der Techniken) und Oyo (die individuelle Interpretation). Um eine Kata gut zu beherrschen ist sehr viel Training notwendig, da nicht nur die einzelnen Techniken sowie deren Abfolge, sondern auch die Geschwindigkeit der Kata, sowie Atmung und Kiai exakt eingehalten werden müssen. So besitzt jede Kata ihre eigene Dynamik. Im Laufe seines Trainings lernt jeder Schüler mehrere Kata kennen und beherrschen. Im Ju-Schin-Kai werden derzeit etwa 20 Kata geübt. Die meisten davon stammen aus dem Shotokan-Ryu, wurden aber zum Teil mehr oder weniger stark abgewandelt.
Jiu-Jiutsu/Tanto-Jiutsu

Das Jiu-Jiutsu bildet die Grundlage für die Selbstverteidigung. Es beinhaltet eine große Anzahl an Hebel- und Wurftechniken, die der Karateschüler nach und nach lernt. Beim Anfänger geht es hierbei zunächst darum einen Überblick über dieses sehr breite Spektrum zu gewinnen und möglichst viele Techniken beherrschen zu lernen. Der Fortgeschrittene lernt hingegen verstärkt die praktische Anwendung kennen und kann unterscheiden in welcher Situation welche Technik sowohl effektiv als auch angemessen ist.
Das Jiu-Jiutsu stellt außerdem die Grundlage für die Abwehr von Angriffen mit verschiedenen Waffen dar. Am häufigsten wird hierbei die Abwehr von Messerangriffen (Tanto-Jiutsu) geübt. Hierfür werden im Training sehr echt aussehende Holz- oder Gummimesser verwendet, um die Angriffssituation möglichst realistisch zu simulieren. Aber es kommen auch andere Waffen zum Einsatz wie z.B. Stöcke, Schusswaffen oder Alltagsgegenstände wie Schlüssel, Taschenlampen oder Stühle.
Kumite (Kampf)
Das Kampftraining ist ein sehr wichtiger Teil des Trainingsprogramms von Fortgeschrittenen. Anderes als im Sportkarate geht es uns nicht in erster Linie darum uns mit anderen Karateka im Kampf zu messen. Durch den freien Kampf verbessert der Karateka seine Reaktionsfähigkeit, schult sein Auge und trainiert seine Kondition und Fitness. Besonders wichtig ist hierfür die Verwendung einer adäquaten Schutzausrüstung wie u.a. Handschuhe und Kopfschutz.