Allgemeine Trainingsregeln
Beim Ju-Schin-Kai Karate spielen Disziplin und Respekt eine entscheidende Rolle, das wird besonders an einer Reihe von ungeschriebenen Traingsregeln deutlich.
Jeder Schüler grüßt, wenn er die Halle betritt oder verlässt, was neben einem Gruß auch ein Zeichen von Respekt gegenüber den anderen in der Halle darstellt. Auch vor und nach jedem Training grüßen sich zuerst Schüler und Schwarzgurte, danach Schüler und Sensei. Das Grüßen erfolgt meist im sitzen (Seiza). Dabei wird nach alter Tradition strengstens darauf geachtet, dass die Schüler genau in eine Reihe knien. Vor dem Gruß findet eine kurze Meditation (Mokuso) statt, die es vor dem Training erlaubt sich gedanklich auf das Training einzustellen. Nach dem Training dient sie der Reflexion der gelernten Trainingsinhalte. Bei Partnerübungen wird ebenfalls der Partner gegrüßt. Dies ist ein Zeichen von Dankbarkeit(!), einen Patner zu haben, der bereit ist gemeinsam mit einem zu trainieren.
Aber nicht nur im Grüßen kommen die strengen Regeln zum Ausdruck. Auf jedes Kommando des Senseis antworten die Schüler mit einem lauten Kiai (Kampfschrei) um zu zeigen, dass sie das Kommando verstanden haben. Ein Kommando des Senseis darf außerdem niemals während des Trainings angezweifelt werden. Es dürfen zwar Fragen zu den einzelnen Techniken gestellt werden, jedoch darf nie über eine Erklärung oder Anweisung des Senseis diskutiert werden. Wenn es dennoch Diskussionsstoff gibt kann dies nach dem Training mit dem Sensei besprochen werden.
Solche "Vorschriften", falls man es überhaupt so nennen kann, stammen aus einer sehr alten japanischen Tradition, die wir im Ju-Schin-Kai Karate weiterhin bewahren.
Das Ju-Schin-Kai Karate besteht aus einer Vielzahl von Techniken, die sich die Schüler nach und nach aneignen. Im Folgenden finden Sie eine kurze Erläuterung zu den Trainingsinhalten.
Grundschule:

Unter Grundschule versteht man die wichtigsten Angriffs- und Abwehrtechniken, auf denen alle späteren Übungen aufbauen.
Diese Techniken muss jeder Schüler perfekt beherrschen, da sie bei allen anderen Übungen, wie Katas oder Jiu-Jiutsu benötigt werden.
Es wäre aber stark vereinfacht nur "Grundschule" zu sagen, da sie sich aus einer sehr großen Zahl von Techniken zusammensetzt.
Angefangen beim einfachen Fauststoß und geraden Fußtritt umfasst das Grundschulprogramm sämtliche Fußstellungen, Angriffs- und
Abwehrtechniken, Fußtritte, sowie Kombinationen aus verschiedenen Grundschultechniken. Außerdem kann man schlecht von "der Grundschule"
reden, da der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Techniken sehr unterschiedlich ist. Jedem ist klar, dass ein einfacher Fauststoß
leichter zu erlernen ist, als zum Beispiel ein Fußtritt zum Kopf. Anfänger beginnen aber auch hier zunächst nur mit den einfachsten
Techniken. Bei höheren Gurten aber werden auch schwierigere Techniken elementar, da sie in jeder höheren Kate bzw. Kombination angewendet werden müssen.
Grundschule ist sozusagen das kleine Einmaleins des Karate.
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Kata

Katas bestehen aus einer festgelegten Reihenfolge an Grundschultechniken, die nacheinander ausgeführt werden. Jede Kata stellt einen
Kampf gegen einen imaginären Gegner dar und muss deshalb mit viel Kraft und einem lauten Kampfschrei (Kiai) ausgeführt werden. Um Katas gut zu beherrschen ist sehr viel Training notwendig, da nicht nur die einzelnen Grunschultechniken sowie deren Abfolge, sondern
auch die Geschwindigkeit der Kata, sowie Ausatmungen und Kiai exakt eingehalten werden müssen. Im laufe seines Trainings muss jeder Schüler mehrere
Katas lernen. Für jeden neuen Gürtel wird auch eine neue Kata benötigt, für den Schwarzgurt sogar mindestens 2 neue Kata und zusätzlich eine Fremdkata aus einer anderen Stielrichtung, sodass jeder Schwarzgurtträger mindestens 9 Katas
beherrschen muss.
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Allkampf Jiu-Jiutsu/Tanto-Jiutsu

Allkampf Jiu-Jiutsu ist eine Form der Selbstverteidigung, die jedoch nicht alleine, sondern zusammen mit einem Partner geübt wird. Dabei greift der eine z.B. durch
Würgen, Handgelenkumklammerung, oder ähnliches an, der andere versucht sich mit Hilfe von Gelenkhebeln zu befreien und den Gegner entweder so zu fixieren, dass er keine Gefahr mehr darstellt, oder wendet Karatetechniken an, um ihn außer Gefecht zu setzen.
Allkampf Jiu-Jiutsu besteht, wie schon die Grundschule, aus einer Vielzahl von Techniken. Von der Befreiung einer Handgelenkumklammerung, über Würgetechniken, bis
hin zur Befreiung aus dem Schwitzkasten, oder aus liegenden Positionen. Für jeden einzelnen Angriff gibt es wiederum eine Vielzahl an möglichen Abwehrtechniken, die der Schüler anwenden kann. Insgesamt gibt es 356 verschiedene Jiu-Jiutsu Techniken.
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Das Jiu-Jiutsu stellt außerdem die Grundlage für die Abwehr von Angriffen mit verschiedenen Waffen dar. Am häufigsten wird hierbei die Abwehr von Messerangriffen (Tanto-Jiutsu) geübt. Hierfür werdem im Training sehr echt aussehende Gummimesser verwendet, um die Angriffsituation möglichst realistisch zu simulieren. Aber es kommen auch andere Waffen zum Einsatz wie z.B. Stöcke oder Schusswaffen. Die Abwehr gegen Angriffe mit einer Waffe ist bedeutend schwieriger als bloßes jiu-jiutsu. Das jiu-jiutsu bildet allerdings die Grundlagen der Selbstverteidugung.
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Kampftraining

Im Kampftraining kann nun ein Schüler seine erlernten Techniken anwenden und sich im Kampf mit einem Mitschüler messen. Jedoch ist es nicht so, dass Kampf eine Art Straßenschlägerei darstellt. Im Semi- und Leichtkontakt ist sämtlicher Schutz verpflichtend. Das sind: Mund-, Kopf-, Ellenbogen-, Fuß-, Knie-, Schienbein- und Tiefschutz (bei den Männern) bzw. Brustschutz (bei den Frauen). Allein durch diesen Schutz ist das Verletzungsrisiko minimiert. Ein festes Regelwerk verbietet außerdem die gefährlichsten Techniken, wie Ellenbogenschläge, Schläge in den Rücken, das Genick, oder auf den Hinterkopf. Die wichtigste Rolle spielen aber andere Komponenten. Es kann nicht jeder Schüler ins Kampfteam. Jeder Kämpfer braucht dazu die Erlaubnis des Senseis, der diese natürlich auch wieder entziehen kann. Außerdem ist durch die Vernunft der Schüler bei Ju-Schin-Kai Karate bereits ein einwandfreier Kampf gesichert. Kampftraining besteht aber nicht nur aus Kämpfen gegen Kameraden. Wie auch in der Grundschule, wird beim Kämpfen das Ausführen, sowie das Reagieren auf einzelne Techniken geübt und verschiedene Kampfkombinationen einstudiert. In Sparringskämpfen wird das Auge geschult; für die Kraft gibt es extra Schnellkrafttraining. Für Kämpfer gibt es neben dem Kampftraining noch ein extra Konditionstraining, zu dem aber auch Schüler eingeladen sind, die nicht Kämpfen. Im Freien wird Kondition durch Lauftraining, Schnellkraft durch Sprints und ein gutes Auge durch Sparringkämpfe trainiert. Jedoch stehen auch Grundschule und Jiu-Jiutsu auf dem Trainingsplan. Nach c.a. einem Jahr Kampftraining kann ein Kämpfer an Turnieren teilnehemen, die regelmäßig stattfinden. Beim letzten Turnier in Strullendorf, soviel sei gesagt, war die Kampfmannschaft mit zwei dritten Plätzen und einem zweiten Platz erfolgreich.
Hat sich ein Schüler alle diese Fähigkeiten angeeignet, so kann er mit der Erlaubnis des Senseis die Schwarzgurtprüfung ablegen.
Was ein Schüler alles können muss, um zugelassen zu werden, sehen Sie hier.